zuständiger Rechtsanwalt:

 

 

Patrick Staniforth

Rechtsanwalt

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Schäden bei Fremdwährungskrediten

 

Viele Darlehensnehmer haben in den vergangenen Jahren insbesondere Immobiliardarlehen in Schweizer Franken oder auch Japanischen Yen abgeschlossen mit dem Ziel, ihre Zinsbelastung gering zu halten. Dies geschah nicht selten auf ausdrückliche Empfehlung der darlehensgebenden Banken, weil bei den Fremdwährungsdarlehen die Zinsen niedriger waren als im Euro-Raum. Vor allem der Schweizer Franken war in den entsprechenden Besprechungsterminen mit den Bankberatern oftmals als „sichere Währung“ und „wenig schwankungsanfällig“ dargestellt worden.

 

Nun hat sich der von den Banken oftmals angepriesene Zinsvorteil in eine immense Belastung umgekehrt, nachdem die Schweizer Nationalbank Anfang des Jahres 2015 die Koppelung des Schweizer Franken an den Euro aufgehoben hat. Der Währungskurs des Euro stagniert im Verhältnis zum Schweizer Franken weiterhin auf niedrigem Niveau. Entgegen vieler Aussagen der Bankberater sind die empfohlenen Fremdwährungskredite deshalb nun deutlich höher und für viele Darlehensnehmer kaum tragbar.

 

Im Rahmen der Empfehlung der Bankberater kam in der Regel ein Vertrag über eine sog. „Finanzierungsberatung“ zu Stande. Bei einer solchen muss der Bankmitarbeiter seine Kunden umfassend und fehlerfrei beraten und vor allem auf die speziellen Risiken, die mit dem Abschluss eines Fremdwährungsdarlehens einhergehen, hinweisen. Ziel einer solchen Beratung muss es sein, dass der Kunde vor Abschluss eines Fremdwährungsdarlehens die wirtschaftlichen Folgen einschätzen kann. Der EuGH hat darüber hinaus entschieden, dass die potentiellen Darlehensnehmer dem Vertragsinhalt auch das Verfahren zur Umrechnung der ausländischen Währung und das Verfahren über die Auszahlung und Rückzahlung des Darlehens entnehmen können müssen.

 

Sollten entsprechende Beratungspflichten verletzt worden sein, steht den geschädigten Darlehensnehmern in vielen Fällen ein Schadensersatzanspruch gegen das Kreditinstitut zu. Darüber hinaus besteht ggf. die Möglichkeit des Widerrufs der betreffenden Fremdwährungskredite.